image

Auschecken in Fremantle

Heute früh sind wir mit unserem kleinem rollendem Eigenheim gestartet. Den Indian Ocean Drive ging es 200km Richtung Norden. Auf dem Weg sind uns am Nachmittag 2 mal Emus am Straßenrand begenget und einmal ist ein Kängeruh über die Straße gehüpft – und das am Nachmittag! Eigentlich kommen die Tiere erst zur Dämmerung raus und man hat uns vor dem Autofahren in der Dunkelheit gewarnt. Wir sind wir froh am Auto einen Rammschutz zu besitzen. Aber wir haben auch einen ersten Eindruck zum Autofahren im Outback in Western Australia bekommen. Es war recht stürmisch und unser Ford Econovan hat die Spurgenauigkeit einer Gurke.
Fahren mit 110km/h war vom Gefühl und der Anstrengung wie das befahren einer deutschen Autobahn
mit 260km/h.

image

Ein Schild, dass man Ernst nehmen sollte.

image

Leider hatte ich die Kamera für das Kängeruh zu spät herausgeholt.

image

Eines unserer wilden Emus am Straßenrand.

image

Irgendwo auf dem Indian Ocean Drive

image

Irgendwo auf dem Indian Ocean Drive

Zum frühen Nachmittag erreichten wir das Pinnacles Desert:
Eigentlich wird er Nambung-Nationalpark genannt. Die Hauptattraktion des Nationalparks sind die bis zu vier Meter hohen verwitterten Kalksteinsäulen, die „Pinnacles“. Der Park ist größer aber das eingentlich interessante umfaßt eine ca. 5km lagen Rundweg, den man zum Teil zu Fuß erkunden darf oder mit dem Auto durchfährt. Entstanden sind die Säulen, durch eine quarzsandhaltige Wanderdüne, die jährlich ca. 2,5 m weiterzog. Nur die extrem harten Bereiche der durch viel Wasser zementierten Kalksteinschicht waren von der Errosion nicht betroffen.

image

Pinnacles Desert

image

Auf das uns unser Auto in solchen Situationen nie im Stich läßt

image

Für Papa und Irene!

image

Einwohner im Pinnacles Desert

Zum Spätnachmittag wollten wir uns auf den Weg Richtung Süden machen.

Da es schon 17:00 war, wollten wir schnell zu einem Camping-Platz. Leider stellte sich der Campingplatz als Rastplatz = Parkplatz mit Feuerstelle heraus.

image

Campingplatz?

Der nächste Campingplatz war laut Navi ca. 60 km entfernt, aufgrund der Straßen-/Wildsituation Geschwindigkeitstechnisch also 1 bis 1,5 Stunden.
Unser Navi zeigte aber auch die Möglichkeit von „Waddies Farm“ an. Da es nur 8 km Luftlinie entfernt lag, entschlossen wir uns dahin zu fahren. Direkt neben der der Straße ging ein Feldweg mit der Beschilderung zu Waddis Farm ab.

image

Schwere Entscheidung kurz vor der Dunkelkeit. Reinfahren oder nicht?

Wir fuhren diesen 6 km durch den roten Schottersand und kamen zu einer Art Riesenbaustelle – ein Zentrallager mit Wohnwagen von Mitarbeitern einer Firma die Hochspannungsleitungen verlegt/repariert.
Die Mitarbeiter tranken Bier und machten mit ferngesteuerten Benzinmodellautos rennen. Was sollte man auch anderes tun, Handyempfang hatten wir schon seit Stunden nicht mehr.

Wir waren überrascht, wie schnell nördlich von Perth alles „so“ ländlich ist, dass es keine wirkliche Infrastruktur, inkl. Handyempfang zu geben scheint.

Die Bauarbeiter erklärten uns, dass Waddis Farm noch einige Kilometer den Weg hinunter sei und wir waren recht froh. Wenn alles nicht läuft, führen wir einfach zu dem Baustellenlager zurück und legen uns da schlafen. Einige Kilometer später erreichten wir, inzwischen in völliger Dunkelheit  die Farm:
Ein Fluglandefeld, eine Rezeption und ca. 4 Hütten die an Touristen vermietet werden. Es gab auch 20 Campingstellplätze – alle frei – wir waren die einzigen Gäste.
Als wir in der beleuchteten Rezeption eintraten, saß eine Japanerin auf dem Sofa, die gerade ein Work & Travel hier macht. Sie wußte auch nicht wo ihr Chef war aber wir sollten uns einfach irgendwo hin stellen und wenn wir schlafen gehen wollten das Licht an der Rezeption ausmachen. Damit ließ sie uns in dem Gebäude nach einer Weile allein. Wir haben uns später auf den Parkplatz einer der Hütten gestellt, da dieser asphaltiert war und wir bei dem Regen (der inzwischen eingesetzt hatte) nicht im Rasenmatsch stehen wollten. Die Duschen, WC´s waren uns ohnehin nicht geheuer, da die Türen offen standen und wenn man Licht machte einem Schmetterlinge entgegenflogen und überall einige Spinnenweben waren.
Es war nicht unsauber aber halt auch nicht wirklich einladend – bis auf die Rezpetion, mit der Bar dem Restaurant und den Toiletten.
Es war halt alles irgendwie ausgestorben.

Zu unserer Überraschung gab es allerdings hier im Niemandsland Internet. Und man muss Waddi lassen – umsonst – im Gegensatz zu allen anderen Campingplätzen, die wir bislang hatten.