Heute früh habe ich endlich unseren Kühlschlauch mit Kabelbindern fixiert. Er schleifte leicht am Metalrahmen und ich war der Meinung, dass er mit der Zeit langsam durchscheuert. Da ich keine passende Schraube fand habe ich mit diversen Kabelbindern und einem aufgeschnittenem Fahrradschlauch (Fundstück , dass ich seit Singapur mit mir schleppe)  eine „wilde“ Konstruktion gebastelt.

Um so mehr man ins Outback gelangt, um so mehr kümmert man sich ums Auto, weil man nicht liegen bleiben will.
Unser Nachbar hat heute früh an seinem Jeep das Radlager gewechselt – was man auf Outback-Campingplätzen halt so macht.

Wir inspizierten gegenseitig unsere Arbeit und waren mit uns zufrieden.

Wir waren unter Zeitdruck, weil ich spätestens bis 12:00 auf der Straße sein wollte. Ich hatte keine Ahnung, wie lange wir für die 170 km unbefestigte Straße Hyden – Southern Cross brauchen würden.

Als wir um 11:30 losfuhren waren wir verunsichert. Das die Straße nicht im Navi ist war klar, auch dass wir nicht viel Gegenverkehr haben würden (1 Auto bislang).

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Eins von 2 gesichteten Lebewesen

Wir waren aber schon 40 km auf asphaltierter Straße gefahren – die Straße sollte doch unasphaltiert sein?
Auch wenn die Richtung stimmte, fuhren wir irgendwann auf eine Farm (wer wohnt hier?) und waren froh eine Frau im Auto anzutreffen.
Sie versichterte, dass unsere Straße richtig wäre und dass die Qualität der Straße gut sein soll, der Asphaltbelag in 10 km aufhört. Sie sei die Straße aber auch erst einmal in ihrem Leben gefahren, vor 2 Jahren.

Wenig wurde die Straße wirklich zu einer Sandpiste von bemerkenswert guter Qualität.
Wir fuhren zwischen 70 und 95 km/h, lediglich die letzten 30 km wurden zu einer Holper-Partie mit 30-40 km/h.

Auf der Sandpiste ist uns sogar einmal ein Jeep entgegengekommen. Wir grüßten uns in der üblichen australischen Outback- Camper-Manier, wie Ray in Fremantale es mir erklärte:
– Cool sein
– Hände am Lenkrad und dann wahlweise die Hand oder einfach den Zeigefinger zum Gruß heben.

Bedeutung: Wir teilen die Outback-Erfahrung, wenn Du ein Probĺem hast, ich bin für dich da.

Bei uns beiden gingen die Zeigefinger mit einem Kopfnicken hoch…

Es war der einzige Kontakt den wir auf der Straße hatten, bis auf den Raupenfahrer, der die Straße glättete, dem wir ziemlich zum Schluss begegneten – er macht eine ziemlich glatte Straße und einen ziemlich guten Job. Hoffentlich regnet es nicht zu bald.

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Zwischen Hyden und Southern Cross

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Zwischen Hyden und Southern Cross

Nachdem wir die Hauptstraße zwischen Perth und Kalgoorlie-Boulder erreichten, waren wir erleichtert und wir fuhren auf dem Highway parallel zur Wasserpipeline zur Geisterstadt Coolgardie.

Coolgardie hat 800 Einwohner, war aber einmal die drittgrößte Stadt in Western Australia mit 15.000 Bewohnern nach Perth und Fremantle.

Am 17. September 1892 brachte Arthur Bayley mit seinem Partner William Ford 554 Unzen Gold (15,7 kg) nach Southern Cross, das er auf dem Gebiet von Coolgardie gefunden hatte. Hunderte von Goldschürfern folgten auf die Goldfelder von Coolgardie und gründeten damit die Stadt.
Viele Goldsucher starben, weil sie nicht vorbereitet waren und in der Trockenheit verdursteten.

Um die Stadt zu Versorgen wurden afghanische Kamele eingesetzt, deshalb sind die Straßen unheimlich breit, die Kamel-Karawane mußte wenden können?!

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Hier war mal mehr los.

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Coolgardie hat breite Strassen damit die Kamele wenden konnten.

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Zeugt von besseren Zeiten - hier musste man sich zum Goldsuchen anmelden

Kurz vor der Dämmerung kamen wir in  Kalgoorlie-Boulder an. Hier wird heute noch Gold abgebaut und die Mine „Superpit“ wollen wir besuchen. Wir bekamen von den Minen aber heute schon einen Eindruck.
Die ersten 3 Campingplätze waren voll, vermietet an Langzeitcamper – die Minenarbeiter.
An der Rezeption hing ein Hinweisschild:
Morgen muss der Campingplatz nicht evakuiert werden – es sind keine Sprengungen im Superpit geplant?!