ES REGNET!
Das letze mal haben wir in St. Petersburg Regen, bzw. Schnee gesehen! Zwar nur leicht, aber es kommen Tropfen von oben! Naja, ganz wenig Tropfen erlebten wir auch wenige Minuten in einer Nacht am Baikalsee, aber das war so wenig, dass wir uns einig sind, dass es nicht zählt.
Heute wollten wir die unterirdische Stadt und den Duftberg besuchen.
Gegen Ende der 1960er Jahre herrschte in China die Angst vor einem von den USA geduldeten russischen Atomschlag. Deshalb und wegen der Raumnot in Peking entschloss man, die 1949 begonnene Untertunnelung der Stadt auszubauen und das Tunnelsystem für zivile Zwecke, Warenhäuser, Fabriken, Läden, usw. zu nutzen. Es gibt angeblich 90 Eingänge zum zentralen Komplex. Wir haben 3 Tage immer wieder Ausschau gehalten und investierten huete 90 min. um am Eingang in der 62 Xidamochangjie festzustellen (von einer Chinesin gezeigt zu bekommen), dass der Eingang oder der ganze Komplex geschlossen wurde.
Was von beidem wissen wir nicht aber kein Pekinger, dem wir unsere chinesischen Schriftzeichen des Reisefuehrers zeigten, konnte etwas damit anfangen.
Es ist also nicht nur unterirdisch sondern auch ziemlich geheim/unbekannt. 🙁
Die Suche war insofern aber sehr interessant, als das die Xidamochangjie eine typische bewohnte Nebenstraße Pekings ist.
Anschliessend machten wir uns auf den Weg zum Duftberg.
Der Park ist 20km westlich von Peking und mit 557Metern ist der XiangShan (Duftberg) die höchste Erhebung der Westberge (XiShan). Einst war der Park kaiserliches Jagdrevier der Kaiser. Es gibt diverse Pavillons, die Reste eines tibetischen Tempels und viel Natur. Auch hier war die Anfahrt nicht so einfach.
Nach der Anfahrt zur U-Bahnstation Xizhimen war es uns nicht moeglich, beschriebenen Bus 318 zu finden. Ich schaltete mein Handy an uns stellte erfreut fest, dass Nokia-Maps nicht nur Busstationen in Peking auflistet, sondern in der Kopfzeile auch die dazugehörigen Busse. 2 km südlich der U-Bahnstation gab es besagte Bushaltestelle für Bus 318. Deshalb sind wir auf gut Glück mit irgendeinem Bus Richtung Süden gefahren und hatten Glück, ohne Abbiegen des Busses direkt bis zu 318 Haltestelle zu kommen.
Nach wiederrum 30 min. im Bus kamen wir zur Haltestelle und konnten zum Park gehen, von dem die Seilbahn Richtung Duftberg startet.
Wie in jedem Park, den wir bislang besuchten, gab es auch hier junge Damen, die mit klassischen chin. Kleidern vor einem professionellen Fotografen modelten.
Die Seilbahnfahrt hoch ging schnell und es war deutlich kühler,
so dass wir froh über unseren Pullover und Daunenjacke waren. Oben angekommen, gab es an einer Ecke einen „Hasen“, mit dem sich die Chinesen unheimlich gerne fotografieren lassen.
Wir genossen die Landschaft,
die durch das fechte Wetter leider eingeschränkt war und wanderten den Berg wieder hinunter.
Abends wollten wir uns ein letztes mal mit Carolyn treffen und wir hatten die Größe der Stadt mal wieder unterschätzt. Wir hatten ihr geschrieben, dass wir ca. 45 min. mit der Metro zu Ihrer Uni benötigen, letztlich waren wir über 1,5 Stunden unterwegs. Wir gingen mit ihr um 20:30 Uhr in ein Restaurant, recht spät für chinesische Verhältnisse.
Wir aßen mit Carolyn „Hotpot“, eine große Schüssel, in der man sich selber aussucht, was man an Zutaten hinzugefügt haben möchte und gaben uns Mühe keine „exotischen“ Beilagen zu bekommen und den „niedrigsten“ Schärfegrad.
Carolyn sagte, sie hätte noch nie so einen untypischen Hotpot gegessen,
letztlich war er aber sehr lecker, trotzdem lief uns die Nase, weil wenig scharf immer noch ein bißchen zu scharf ist. Naja, Caroly kommt halt aus der Sichuan-Provinz, wo man gerne scharf isst. Dass kann in Chengdu ja noch was werden?!
Um 22:00 wurde uns schon mal die Rechnung zum Zahlen gereicht und wir wußten, dass es für Chinesen jetzt Nacht ist- als schnell zahlen und das Restaurant verlassen.
In der Metro bestätigte sich leider, dass Chinesen zwar früh aufstehen, aber auch früh ins Bett gehen. Die erste bekamen wir noch um 22:15 aber den Anschluss um 22:45 gab es nicht mehr. Irgendwie unglaublich – 15 Mio. Einwohner plus ca. 4 Mio. Wanderarbeiter aber um 22:30 geht nichts mehr?!
Letztlich sind wir an einem der noch „offenen“ Ausgänge wieder an die Oberwelt gekommen und fragten, ein dreirädiges „Motorradtaxi“, ob es uns nach Hause fährt aber es war unrealistisch teuer. Wir haben noch kein Motorradtaxi gefunden, was mit einem Taxi vergleichbare, realistische Preisvorschläge machte. Also standen wir eine Weile an der Straße, bis ein freies Taxi kam. Die machte sogar den Taxi-Meter an! Unsere Erfolgsquote dieser „fairen“ Abrechnung liegt bei gefühlt knapp unter 50%.
Besonders nett war der Taxifahrer, als wir feststellten, dass wir uns Mißverstanden hatten und er uns versehentlich zu weit gefahren hatte (wir hatten auf dem Metro-Plan unsere Heimatstation angezeigt und er hatte die Station 1cm daneben gelesen). Er hat dann das Taximeter ausgemacht und uns ohne Mehrkosten zurückgebracht. Bislang haben wir mit Taxis nur gute Erfahrungen gemacht. Entweder wurde man sich mit dem Preis nicht einig oder man hat nach langen Verhandlungen (Tippen unterschiedlicher Preise in ein Handy, Taschenrechner, etc.) sich auf einen Preis geeinigt und ist dann eingestiegen. Letztlich haben wir bislang aber nicht erlebt, dass Nachforderungen gestellt werden oder man „Irgendwo“ abgesetzt wird, um dann auf dieses Taxi angewiesen, zu einem Wucherpreis wieder zurück zur Zivilisation zu kommen.














