Als wir am 08.04. vom St. Petersburger Bahnhof losfuhren, stellten wir folgende Dinge schon mal fest:
– Mein Kurzbesuch in die Nationalbibliothe von St. Petersburg ging in die Hose – selbst nachdem ich meine Jacke erfogreich bei der Garderobe abgegeben hatte kam ich ohne Ausweis nicht durch das bewachte Drehkreuz. Ohne Mitgliedsausweis kein Einlass, den gibts nur vorne gegen einen Reisepass aber das alles für 20 min. Kurzbesuch. Gut das Katrin mit dem ganzen Gepäck gleich im Kaufhaus blieb.
– unsere Rucksäcke sind für längere Spaziergänge viel zu schwer. Katrins sitzt noch nicht richtig (außerdem trägt sie immer noch ca. 6 kg vorne im kleinen Rucksack vor dem Bauch), meiner muss den Käse, das Käsemesser und Fernglas (warum hatte ich Frau Knopp, unsere Reiseberaterin bloss zugesagt dieses ca. 30cm2, 3 kg schwere Päckchen zu einem mongolischen Schamanen zu bringen), pluss diverse sinnlose zum Hierlassen gedachte Dinge loswerden.
– Langstreckenbahnfahren ist von der Prozedur ein wenig wie Fliegen (Sicherheitsschleuse, Check von Ausweis und Ticket vor dem Einsteígen – von einem der Zugbegleiter, die an „jedem“ Eingang eines Waggons stehen, Lunchbox für jeden Gast während der Fahrt). Wie auch immer: Die Landschaft zwischen St. Petersburg und Moskau war nicht uninteressant (so wie Frau Knopp uns sagte). Eine Mischung aus Wäldern und kleinen Ortschaften im Schnee.
Ab dem Bahnhof kamen wir erst nicht aus dem Bahnhof, weil er renoviert wird und wir uns vom Zeigen einer Frau nicht angesprochen fühlten. Wir mussen die komplette Baustelle oder Halle zurückgehen ums aus dem Seitenausgang zu kommen.
In der Metro angekommen habe ich uns Tickets gekauft. Katrin entwickelte sich in der Zeit bei den offiziellen Touristenhelfern zu einem Problem: Die erste Helferin konnte keine Fremdsprache und holte 2 Kollegen, die wiederum konnten auch nicht gut genug englisch und holten noch jemanden. Katrin war umringt von hilfloser Hilfe, glücklicherweise wußten wir aber schon die Metrostation zu der wir wollen. Leider ist in Moskau die Metro allerdings sehr voll, laut Reiseführer mit 5 Mio. Passagieren pro Tag immerhin mehr als 3 mal so viele wie in London, schlimmer allerding: Alles ist nur kyrillisch angeschrieben – in St. Petersburg war es immerhin kyrillisch und darunter arabisch.
Wie auch immer in unserer Endmetrostation machte ich das GPS meines Handys an (man muss meinem Nokia N8 lassen, dass es sich lohnte vor Jahren alle Länder der Welt auf den Speicher zu laden) und gingen zu unserer Adresse. Wie schon in St. Petersburg kein Schild, nix zu sehen von Hotel. Im nächsten Cafe wollten wir unsere Sachen absetzen (Katrin sollte auf die Sachen aufpassen und ich wollte mich auf die Suche machen) aber wir wurden vom Rausschmeisser nicht eingelassen. Auf der anderen Straßenseite setzte Katrins sich dann ins Cafe und nahm einen Kaffee für umgerechnet 5 € während ich mich auf die Suche machte. In der Seitenstraße ca. 200m runter rechts in der Einfahrt die 1 Tür rechts im 4. Stock wurde ich dann fündig (was für ein Unterschied die Hausnummer 12 zu 12/7 doch macht).
Wie auch immer im Hotel sagte man uns dass wir kein Zimmer mit eigenem Bad gebucht hätten. Ein skype-Anruf führte zu ewig langen Diskussionen mit HRS, das wir dies sehr wohl für den Preis gebucht hätten. Wie auch immer: es íst nichts anderes frei und letztlich hatten wir um 22:00 die Wahl zwischen:
– Nichts
– Anderes Hotel ab 100€ die Nacht irgendwo
– unser Hotel für 60€ mit Gemeinschaftsbad (später stellten wir dann fest, dass das Duschwasser kalt ist, der Ablauf das Wasser aus der Duschwanne auf die Fliesen im Bad befördert). Ein Stockwerk tiefer gibt es aber zwei Bäder. Tja, was bringt ein 2 Monate im voraus buchen, wenn alles anders ist als geplant und am Abend natürlich alle Alternativen ausgebucht oder unbezahlbar sind. Wir fahren eine Strategie aus Beschwerde und mangels Alternativen bloß im Hotel bleiben.


