Attraktionen wie ein lila Pub (weil es die preiswerteste Farbe war) machen deulich, das hier nicht viel los ist, trotzdem haben wir viel erlebt.
In Normanton steht ein Modell vom größten jemals erlegten Krokodil der Welt. Ich hätte nie gedacht, dass 8,63m so lang sind?!
Eine Krokodiltour in Karumba wird es erst wieder Dienstag geben, so dass wir weiterfahren. Schade, wir hätten hier gerne übernachtet, in der Hoffnung bei Sonnenaufgang eine „Morning Glory“ zu sehen. Eine spezielle Wolkenformation, die es nur hier in der Welt gibt. Da es diese Erscheinung durchschnittlich auch nur 2 mal die Woche gibt (manchmal auch nur 2 mal im Monat) lohnt ein bleiben nicht. Wir tankten an einer uralten Tankstelle und waren die „Belustigung“ der Einheimischen. Leider lieferte ich wirklich eine gute Show, als das Benzin aus dem Tank schoss, weil der Stoppmechanismus der Säule defekt war.
Warum wohnt man hier mit den Insekten, so dicht am Golf bzw. Meer, wenn man wegen der Krokodile ohnehin nicht schwimmen darf?
60km westlich von Normanton kamen wir zu einem Unfall. 3 Franzosen waren mit ihrem Van übermüdet ins schleudern geraten. Der Van überschlug sich und blieb auf dem Dach mitten auf der Straße liegen. Ein Szenario, dass ich bis heute für eine Erfindung der Erste-Hilfe-Kurse hielt – wie schafft man so etwas?
Die drei Franzosen hatten Glück und nur einer war an der Schulter und Ellenbogen verletzt worden. Er war von einem Autofahrer versorgt worden und saß mit Schmerzen im Schatten, der Blutverlust hielt sich in Grenzen. Da wir im Funkloch waren, war ein Dazugekommener schon weitergefahren, mit dem Ziel aus dem Funkloch zu kommen und einen Krankenwagen sowie Polizei zu rufen. Ein weiterer Autofahrer probierte per Funkgerät Hilfe zu rufen, erreichte zwar einen Roadtrain, dieser bog aber wenig später um die Kurve, so dass wir wieder nicht wußten ob Hilfe schon informiert war.
Katrin hatte zwischenzeitlich mit dem Navigationsgerät herausgefunden, dass das nächste Krankenhaus im 60 km entfernten Nomanton lag und ich schlug dem Australier vor, dass er mit dem verletzten Franzosen schon mal in die Richtung weiterfährt, er würde dem Krankenwagen sowieso entgegenkommen – wen er den überhauptschon unterwegs war.
Ein anderer Australier war der Meinung, dass man für die Polizei alles unverändert lassen muss und die drei Franzosen kompett am Unfallort lassen sollte.
Nachdem wir nach 30 min. immer noch nicht wußten, ob Hilfe kommt oder informiert ist, holte ich meinen Gleitschirmrucksack aus dem Wagen und entpackte mein „SPOT-Light“ Notsender. Anschließend drückte ich mit mulmigen Gefühl den „SOS“-Knopf und sendete dadurch per Satelit die GPS-Koordinaten an die nächste Unfallstelle. Diese würden zwar einen automatischen Text bekommen, dass unter diesen Koordinaten ein Gleitschirmflieger verunfallt ist, trotzdem war dadurch zumindest sichergestellt, dass ab jetzt definitiv die nächste Unfallstelle informiert ist.
Ca. 20-30 min. später kam der Polizeiwagen, wenig später der Krankenwagen an. Anschließend halfen wir den Franzosen ihre wichtigsten Sachen aus dem Auto zu holen und luden sie in 2 andere Autos, die nach Normanton fuhren.
Wir fuhren in die andere Richtung bis Croydon, mit dem mulmigen Gefühl, irgendwie alle nicht wirklich gut reagiert zu haben, wenn es um schlimmer Verletzte gegangen wäre.
In Croydon checkten wir auf einem Campingplatz ein. Der Besitzer lebt dort mit seiner Katze, seinem Hund und seinem Schaf?! Er lud uns um 19:00 zum Videoabend über eine Leinwand ein und so saßen wir mit ca. 15 Personen vor einer Leinwand, ab und zu den bettelnden Hund oder das Schaf vor der ein Leinwand verscheuchend.
Der Film hieß „Red Dog“, ein australischer Film über das Leben von Minenarbeitern und recht autentisch.
Irgendwann waren wir so in den Film vertieft, dass wir nicht mehr an den Unfall dachten, das Schaf nicht mehr wahrnahmen und uns der Hund auch nicht störrte, wenn er wieder losflitzte um den grasenden Kängeruhs am Campingplatzrand hinterherzujagen.









